Auf­stel­lun­gen

[…] ich habe sie (die Auf­stel­lung) als äußerst inten­siv, emo­tio­nal, anstren­gend und gleich­zei­tig auch befrei­end und heil­sam emp­fun­den. Und habe mich vor allem wäh­rend des gesam­ten Pro­zes­ses auf­ge­ho­ben gefühlt von Sou­z­ans pro­fes­sio­nel­ler und acht­sa­mer Her­an­ge­hens­wei­se. Und von dem Raum, in dem ich mich und mein Dasein nicht erklä­ren muss­te. Das ist unfass­bar viel wert und sicher­lich nicht selbst­ver­ständ­lich in ande­ren The­ra­pie­set­tings.

Emi­le­ne Wopa­na Mudimu

Ter­mi­ne: Sys­te­mi­sche Auf­stel­lung für MIRE (Men­schen mit Inter­sek­tio­na­li­täts- und Ras­sis­mus-Erfah­rung) / BIPoC in Köln

An die­sen Tagen bie­tet Sou­zan AlS­a­bah eine Grup­pe für MIRE/ BIPoC an, die auch als safer space für Men­schen, die durch Ras­sis­mus dis­kri­mi­niert wer­den, die­nen soll. Vor allem gilt das Ange­bot für Men­schen, die von Inter­sek­tio­na­li­tät betrof­fen sind, also neben Ras­sis­mus noch zusätz­li­chen Dis­kri­mi­nie­run­gen aus­ge­setzt sind.

Auch wenn die Aus­wir­kun­gen gesell­schaft­li­cher Macht­struk­tu­ren immer wie­der erschüt­ternd sind:
Sys­te­mi­sche Auf­stel­lung, gra­de in der Grup­pe, kön­nen extrem gut und unter­stüt­zend wir­ken. Eine Auf­stel­lung kann zum Bei­spiel dabei unter­stüt­zen, die eige­ne Situa­ti­on und Posi­ti­on inner­halb der Fami­lie zu klä­ren. Sie kann bewir­ken, dass wir uns soli­da­ri­sie­ren, mit­ein­an­der und mit denen, die hin­ter uns ste­hen. Oft hilft es dabei, Frie­den mit der eige­nen Geschich­te und der eige­nen Zukunft zu schlie­ßen. Es kann sich hei­lend aus­wir­ken auf alle Bezie­hun­gen die wir führen.

Bei Anmel­dung wer­den Men­schen mit Inter­sek­tio­na­li­täts­er­fah­rung bevorzugt.

Die Grup­pe fin­det frei­tags von 18 ‑22 Uhr statt und sams­tags (und sonn­tags) von 10 – 18 Uhr, der Sonn­tagster­min wird nur dann durch­ge­führt, wenn mehr als 10 Per­so­nen an der Auf­stel­lung teil­neh­men. Coro­na bedingt kann es sein, dass nur in klei­ne­ren Grup­pen gear­bei­tet wer­den kann.

Die Auf­stel­lung fin­det ab 6 TN statt.

Anmel­dun­gen mit kur­zer Posi­tio­nie­rung an: Team@​AlSabah.​de

In der Auf­stel­lungs­ar­beit wer­den eige­ne inne­re Sys­te­me sicht­bar. Mit­hil­fe unter­schied­li­cher Auf­stel­lungs­me­tho­den wer­den z.B. Fami­li­en­sys­te­me und gesell­schaft­li­che Macht­struk­tu­ren und deren Aus­wir­kun­gen, auch über Genera­tio­nen hin­weg, im Außen dar­ge­stellt und ver­deut­licht. Dies ist meis­tens bereits der ers­te Schritt zur Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on, denn ein Anneh­men und Akzep­tie­ren der aktu­el­len Situa­ti­on macht eine Ver­än­de­rung mög­lich.
Wir arbei­ten macht­kri­tisch und ras­sis­mus­sen­si­bel und zei­gen gesell­schaft­li­che Macht­struk­tu­ren auf, wenn die­se sicht­bar wer­den. Das Bewusst­sein, dass wir in bestimm­ten Struk­tu­ren leben, und die­se Struk­tu­ren auch über Genera­tio­nen hin­weg wir­ken, geht ein­her mit dem Blick auf die Umsetz­bar­keit von Ver­än­de­rung.
Neben dem inter­sek­tio­na­len Blick geht es vor­ran­gig immer um die Ent­las­tung aller Kin­der im Sys­tem. Aus neu­er Per­spek­ti­ve betrach­tet, wer­den Mög­lich­kei­ten sicht­bar und leb­bar, die vor­her oft nicht mög­lich schie­nen.
Die Auf­stel­lungs­ar­beit wird hier sowohl in der Ein­zel- und Paar­ar­beit mit­hil­fe inne­rer Bil­der, Platz­hal­tern oder Boden­an­kern ein­ge­setzt.
Beson­ders ein­drück­lich und wirk­sam ist Auf­stel­lungs­ar­beit mit­hil­fe der Wahr­neh­mung des eige­nen Kör­pers. Unser Kör­per ver­fügt über aus­ge­spro­che­ne Weis­heit, spei­chert Erin­ne­run­gen und nimmt Din­ge wahr, die viel­leicht nie unser Bewusst­sein errei­chen wer­den. Sich wirk­lich hin­stel­len, auf­stel­len und den Kör­per in den jewei­li­gen, im Ver­lau­fe des Pro­zes­ses ver­än­der­ten, Posi­tio­nen wahr­zu­neh­men, wird in der Ein­zel- und Paar­ar­beit und beson­ders im Grup­pen­se­mi­nar praktiziert.

Auf­stel­lungs­grup­pen

Im Rah­men eines Auf­stel­lungs­work­shops wird allen Teil­neh­men­den die Mög­lich­keit und der Raum gege­ben an eige­nen (Lebens-)Themen zu arbei­ten. Durch die sys­te­mi­sche Auf­stel­lungs­ar­beit gewin­nen die Mit­wir­ken­den einen neu­en Blick auf indi­vi­du­el­le Pro­ble­me und Lösungs­mus­ter und ent­wi­ckeln empowern­de und unter­stüt­zen­de Stra­te­gien.
Auch durch das Ste­hen als Stell­ver­tre­ter­per­son für ande­re kön­nen uni­ver­sal gül­ti­ge Struk­tu­ren und The­men erkannt und ver­stan­den wer­den. So pro­fi­tie­ren alle vom Grup­pen­pro­zess und neh­men neue Impul­se und Anre­gun­gen mit. Eine Auf­stel­lung kann Mona­te lang nach­wir­ken und grund­sätz­li­che Ver­än­de­run­gen im Leben bewir­ken.
Um einen mög­lichst siche­ren Raum wäh­rend der Semi­na­re zu schaf­fen und mar­gi­na­li­sier­ten Per­spek­ti­ven gerecht zu wer­den bie­ten wir unse­re Grup­pen­an­ge­bo­te der­zeit aus­schließ­lich für Men­schen, die durch Ras­sis­mus dis­kri­mi­niert wer­den, an.